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Wort an die Leser
Liebe Leserin, lieber Leser,

aus meiner Perspektive ist es kein Grund zum Feiern: Vor 25 Jahren untersagte die »Instruktion zu einigen Fragen über die Mitarbeit der Laien am Dienst der Priester« Frauen und Männern, die nicht geweiht sind, ausdrücklich das Predigen in der Eucharistiefeier. – Ein alter Hut? Inzwischen von der Realität überholt? Mag sein – vor allem für diejenigen, die sich schon immer über dieses Papier hinweggesetzt haben … Aber die Wunden, die diese Instruktion geschlagen hat, wirken bei vielen bis heute nach.

Ein Beispiel: Oktober 2021, eine engagierte Runde aus Theologinnen und ehrenamtlichen, theologisch gebildeten Frauen spricht über den synodalen Weg. Auch über einen Vorschlag, den das Synodalforum »Macht und Gewaltenteilung in der Kirche – Gemeinsame Teilnahme und Teilhabe am Sendungsauftrag« gemacht hat: »Um den Stellenwert und die Qualität der Predigt zu sichern und den Reichtum der vielfältigen Charismen besser zu nutzen, sollen die deutschen Bischöfe eine Erlaubnis (Indult) beim Heiligen Stuhl erwirken, die heute geltende Predigtordnung so zu ändern, dass auch in Eucharistiefeiern an Sonn- und Festtagen der Predigtdienst durch theologisch wie geistlich qualifizierte Gläubige übernommen werden kann, die vom Bischof beauftragt sind.« – Es ist erst einmal still in der Frauenrunde; manche verleihen ihrer Freude darüber Ausdruck, dass sich ja jetzt doch was bewegt, bis schließlich eine der Frauen sagt: »Ich weiß gar nicht, ob ich das noch will. All die Jahre habe ich jetzt gekämpft dafür, habe mich eingesetzt. Ich bin ausgelaugt. Es werden hier jetzt Antworten gegeben auf Fragen, die vor 25, 30 Jahren wesentlich gewesen wären …« Flapsig ließe sich darauf antworten: »Was wollt ihr denn? Jetzt tut sich was und ihr seid immer noch nicht zufrieden?! In der Kirche geht es nun einmal langsam, da muss man vieles bedenken und abwägen …« – Mich hat dieser Abend sehr bewegt. Worum geht es uns denn, wenn wir predigen – unabhängig davon ob Männer oder Frauen? Was ist das Ziel? Um wen geht es uns denn?

Vielleicht ist die Fastenzeit die richtige Zeit, um in Ruhe darauf zu schauen. Um in Ruhe nach den Bedürfnissen der Menschen zu fragen, die von uns Worte des Trostes, des Heils, der Aufforderung, der Ermutigung und noch viel mehr erwarten. Um in Ruhe nach richtigen Worten zu suchen. Und dabei immer die Zusage Gottes zu spüren: Ich bin da.

Ihre

Theresia Reischl

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