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Wort an die Leser
Liebe Leserinnen und Leser des Prediger und Katechet!

Was macht eine gute Predigt aus? Diese Frage stellen wir uns in der Jury des Deutschen Predigtpreises Jahr für Jahr neu, wenn wir die Einsendungen begutachten oder einen »vorbildlichen« Prediger/eine »vorbildliche« Predigerin für den Preis »Lebenswerk« nominieren sollen. Auf einen Versuch, dies in einem Zeitungsbeitrag etwas genauer darzustellen, erhielt ich eine Zuschrift, die mich sehr beschäftigt und die ich ausschnittweise wiedergeben will – nicht, um Ihnen das Herz schwer zu machen. Der Text kann auch so gelesen werden, dass er uns ermutigt, uns selbst und den Predigthörer/innen mehr zuzutrauen. Der Briefschreiber sagt, was er im Alltag der Gemeinden an den Predigten vermisst oder was ihn gar ärgert. Zwei Voraussetzungen müssten gegeben sein: »Erstens hat der Prediger sein Publikum ernst zu nehmen.« Oft fühle man sich aber »in den Kindergarten versetzt« oder moralisch bedrängt, nicht als erwachsener Mensch angesprochen. Zweitens »leisten viele Prediger nicht das, was ich von ihnen erwarte, nämlich das Wort Gottes verkündigen … das Wort Gottes erklären.« Es ginge darum – so der Briefschreiber weiter –, die richtigen Fragen an die Texte zu stellen, so dass sie aus ihrem Kontext in unseren hineinsprechen und uns herausfordern könnten. Die Zuhörer ernst nehmen hieße dann auch: ihre Fragen ernst nehmen, gerade da, wo sie ins Zentrum des überlieferten Glaubens reichen, sie ernst nehmen, auch wo keine Antworten zur Verfügung stehen. Stattdessen ginge es den Predigern oft um bloße »Anwendungen « und ums oberf lächliche Interessantmachen.

Die Zuhörer ernst nehmen, die Texte ernst nehmen, der Briefschreiber hat Recht: Wenn das nicht geschieht, kann keine gute Predigt entstehen. Aber wie schwer ist das! Vielleicht ist ein guter Weg dorthin, sich selbst als Prediger/in ernst zu nehmen: die eigenen Fragen, Erfahrungen, Einsichten und Verlegenheiten. Es gehört Mut dazu, und Solidarität: sich gegenseitig ermutigen und beistehen und miteinander darüber sprechen, wie es einem mit alldem geht: die tragende Gemeinschaft der Brüder und Schwestern im Glauben und im Predigtdienst ernst nehmen. Der Prediger und Katechet kann das nicht ersetzen. Aber vielleicht kann er eine Hilfe dabei sein.

Im Namen aller Mitredakteure grüßt Sie herzlich
Ihr

Jürgen Werbick

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