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Leseprobe 2
Karfreitag
Erfolg – (Jes 52,13 – 53,12)
Erfolg im Leben – wer hat ihn? Und: Woran erkennt man, dass jemand Erfolg hat? Wenn jemand beruflich oder im Rahmen von Ausbildung und Schule anerkannt ist, wenn jemand wirtschaftlich Erfolg hat, ein hohes Einkommen im Laufe der Zeit erzielt oder ein hohes Vermögen aufbauen kann? Im Sport kann man das äußerlich messen, bei Wettkämpfen und Meisterschaften. Das geht meist mit dem Messen von Zeiten, Längen, Höhen, Abständen, Toren, bei Ballspielen – objektiv. In vielen anderen Bereichen des Lebens ist das nicht so. Manche Menschen schauen hier auf andere und denken: »Die sind erfolgreicher als ich.« Man kommt sich als »besser« oder weniger »gut« vor als jemand anders, man versucht sich und die anderen einzuordnen, damit man weiß, wer wie ist, was man von wem zu halten hat. Das gibt Sicherheit, zumindest dem Gefühl nach. »Oben – unten«, »drinnen – draußen«, »nah – fern«: Mit diesen Kriterien schätzen wir uns und andere ein und ordnen sie und uns ein.

Der Text aus dem Buch Jesaja, den wir gehört haben, passt hier gar nicht dazu. Jemand sagt: »Mein Knecht wird Erfolg haben, er wird sich erheben und erhaben und sehr hoch sein.« Das scheint weit in der Zukunft zu liegen, ja, es scheint völlig unwahrscheinlich, dass das jemals Wirklichkeit wird: Die Gegenwart sieht völlig anders aus, alles andere als nach »Erfolg«. Wir hören von schlimmen Dingen, von Schmerzen und Krankheit, von »entstellt« und »durchbohrt«, von »abgeschnitten vom Land der Lebenden«, vom Grab bei den Frevlern. Und am Ende lässt der, der über seinen Knecht spricht, ihn doch nicht im Stich; sein Schicksal wendet sich, und der, der spricht, deutet das Ganze: Nachdem der Knecht vieles ertrug, erblickt er das Licht. Es geht für ihn aufwärts, und er wird zur Hoffnung für viele andere. »Mein Knecht, der gerechte, macht die Vielen gerecht; er lädt ihre Schuld auf sich«, und das für »viele Nationen«.

Aus der Zeit der großen Katastrophe Israels stammen vier Lieder, die vom Knecht Gottes sprechen. Sie werden Gott in den Mund gelegt. Jahrtausende wurde gerätselt, wer mit diesem Knecht gemeint war. Vielleicht ein Prophet, ein Mensch, der sich im Auftrag Gottes für die Menschen einsetzt, das Volk Israel als Ganzes, mit seiner Rolle unter den anderen Völkern? Man hat es nie genau herausgefunden. Aber schon bald nach dem Tod Jesu haben seine Freunde das, was mit Jesus geschehen ist, mit dem verbunden, was über den Knecht Gottes gesagt wurde, was Gott in diesen Liedern über ihn sagt: Das, was passiert ist – und das war entsetzlich –, und die Rettung des Knechtes aus seinem schlimmen Schicksal hat vielen Menschen aus vielen Nationen einen Weg aus ihren üblen Situationen eröffnet. In den Liedern wird eine Deutung vom Leiden und Tod Jesu gesehen: Jesus gab »sein Leben dem Tod preis« und ließ sich unter die Abtrünnigen rechnen. Weil Jesus das auf sich genommen hat, hob er »die Sünden der Vielen auf und trat für die Abtrünnigen ein.« In keiner noch so großen menschlichen Katastrophe braucht sich ein Mensch von Gott getrennt zu sehen. Das ist eine andere Dimension von Erfolg. Wir können sie uns eigentlich gar nicht vorstellen. Es geht darum, wie Gott zu Jesus und uns steht, was er mit unserem Leben, dem Leben aller Menschen vorhat und wie wir deshalb unser Leben sehen dürfen.

Christian Fleck

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