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Wort an die Leser
Ich trete vom Ambo weg, habe mein »Amen« gesprochen und setze mich wieder. Mir geht einiges durch den Kopf: Habe ich gesagt, was ich sagen wollte? Konnte ich »rüberbringen«, was mir das biblische Wort aufgeschlossen hat? Kam da gerade etwas in Fluss oder habe ich einfach meinen »Sermon« vorgetragen? Predigt ist und bleibt für mich ein faszinierendes, ein unvorhersagbares Geschehen. Von so vielen Faktoren hängt ab, was passiert und ob etwas passiert. Es hängt von vielen äußeren Gegebenheiten ab – und von der Unverfügbarkeit des Geistes, der ins Wort fällt.

Der evangelische Theologe Paul Tillich schreibt: Keine Predigerin und kein Prediger »soll mehr für sich in Anspruch nehmen als die Absicht, in seiner Predigt ›das Wort‹ sprechen zu wollen. Er soll niemals den Anspruch erheben, ›das Wort‹ gesprochen zu haben oder es in Zukunft sprechen zu können.« Wenn wir Tillich folgen, hieße das: Sich beim Gang zum Ambo fest vorzunehmen, das Wort Gottes zu predigen. Und am Ende nie so genau zu wissen, ob und vor allem wodurch es gelungen ist …

Gerade weil Verkündigung im letzten unverfügbar ist, halte ich es für wichtig, sich davor und danach intensiv Gedanken zu machen und miteinander auszutauschen, wie das gehen kann: Welche neuen Verbindungen können die vielfältigen biblische Texte und die nicht weniger vielfältigen Lebenssituationen von Menschen eingehen? Wie kann die Dynamik, der Geist aufgenommen werden, der im lebendigen Wort der Bibel bewahrt ist? Welche Themen sind heute dran, welche Predigtformate braucht es? Und auch: Was ist es, das Menschen den Zugang zur Botschaft heute vielleicht verstellt?

Ich freue mich auf die Mitarbeit im Redaktionsteam von Der Prediger und Katechet, die ich mit diesem Heft aufnehmen darf. Ich freue mich auf die kreative Arbeit mit dem Wort, auf die Zusammenarbeit mit Autorinnen und Autoren und hoffentlich auch auf den Austausch mit Leserinnen und Lesern. Paul Tillich sagt, niemand soll selbstmächtig den Anspruch erheben, das Wort in Zukunft sprechen zu können. Ich bin gleichwohl neugierig gespannt, wie es einer so traditionsreichen Predigtzeitschrift gelingen wird.

Stefan Walser

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