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Leseprobe 2
Wort zum Abschied
Letzte Worte haben ihre eigene Aufgabe und ihr eigenes Gewicht. So wie die Statio im Gottesdienst ankommen lässt, eine Verbindung herstellt im Zueinander der Teilnehmenden und einstimmt auf die beginnende Feier, so haben auch die freien Worte, die den Segen und die Sendung begleiten, eine kommunikative und eine inhaltliche Seite. Nur keine zweite Predigt an dieser Stelle! Meist reicht ein Satz, der einen Aspekt aus dem Gottesdienst aufgreift und für das Danach öffnet. Die Liturgie hat uns schon an den Punkt geführt, wo wir wissen, dass wir gleich hinausgehen und das Geschenkte mitnehmen in die Begegnungen, die Vorhaben und Aufgaben, die auf uns warten. Ist es Sammlung, das Bei-sich-und-bei-Gott-sein, ist es ein Trost, ist es Lebensfreude, die Verbindung mit dem Quell des Lebens, ist es Kraft, eine Sendung, die Nähe zu Jesus Christus, eine Orientierung, ein Vorsatz, sind es Weite und ein offenes Herz? Den Gottesdienstbesuchern tut es gut, das für sich sichern zu können, in aller Unterschiedlichkeit und Individualität. Vielleicht reicht es, ab und zu die Frage zu stellen: Was nehmen Sie heute mit aus diesem Gottesdienst, in Ihren Alltag? Dafür erbitten wir den Segen Gottes.

Auch Mitwirkende miteinzubeziehen mag angebracht sein: Zusammen mit den Ministrantinnen, den Lektoren, der Organistin und dem Mesner wünscht der Zelebrant einen guten Sonntag; sie können erwähnt werden, auch wenn kein besonderer Anlass für einen Dank gegeben ist. Und wenn ich die Freude habe, dass abschließend noch ein Stück aus der Orgelliteratur gegeben wird, möchte ich auch gern wissen, was da noch zu hören sein wird, weil das nicht nur Klangkulisse zum Rausgehen ist. Nur eines finde ich unangemessen und bringt mich durcheinander: Wenn mir als Gottesdienstbesucher gedankt wird, dass ich mitgefeiert habe. Ich erlebe das immer wieder mal; und es wirkt auf mich fast wie eine Entschuldigung: So als wäre dieser Gottesdienst es kaum wert, extra dafür herzukommen, – aber danke, dass Sie da waren, sonst käme ja gar keiner mehr. Nein, bitte nicht. Dass es Zelebranten und Mitwirkende freut, dass ich mitgefeiert habe, weil sie etwas vorbereitet hatten, das ist etwas anderes.

Mit diesen Gedanken nehme ich meinerseits Abschied, nämlich aus der Redaktion dieser Zeitschrift. Nach 16 Jahren ist ein Wechsel dran; mein Eintritt in die Ruhephase der Altersteilzeit gibt den Anlass für Verjüngung auch in der Redaktion von Der Prediger und Katechet. Diese Arbeit hat mir immer Freude gemacht und ich gehe dankbar: die inspirierenden und freundschaftlichen Redaktionssitzungen, die bereichernde Auseinandersetzung mit den Autorenbeiträgen, die zuverlässige und vertrauensvolle Kooperation mit dem Schwabenverlag; Vergelt’s Gott dafür!

Die Redaktionsarbeit hat mir immer gezeigt, dass das christliche Narrativ keineswegs zu Ende erzählt, sondern lebendig ist, situationsgerecht immer weiter neue Aspekte, neue Erzählungen dazugewinnt, und seine Plausibilität und Herausforderung wieder und wieder neu gewinnen kann.

Behüt’ Sie alle Gott!

Herzliche Grüße

Ihr

Thomas Luksch

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