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Wort an die Leser

Auf dem Weg in die Tiefe: So war die Zeitungsveröffentlichung eines Essays überschrieben, mit dem Tomáš Halík in der diesjährigen österlichen Bußzeit Reflexionen zu den gesellschaftlich wie kirchlich verstörenden Erfahrungen der Corona-Pandemie skizzierte. (Alle Zitate aus: Tomáš Halík, Auf dem Weg in die Tiefe, in: DIE ZEIT Christ & Welt Nr. 15 (2. April 2020), 4 f.; unter dem Titel »Christentum in Zeiten der Krankheit« auch unter: www.theologie-und-kirche.de .)
Die damit verbundene Erschütterung verweist als »ein Zeichen der Zeit« auf die »globale Verwundbarkeit«, die derzeit bedrängend erlebt wird. Und ist sie darüber hinaus, so lässt sich mit Halík fragen, nicht auch für das Christentum in nochmals zugespitzter Form als Zeichen ernst zu nehmen? Deuteten nicht die um das Osterfest herum »leeren und geschlossenen Kirchen« auf ihre Weise die Notwendigkeit einer »ganz anderen Gestalt des Christentums« an – einer Kirche, die sich nicht »von der Welt absondern« darf, »sondern über ihre Grenzen hinausgehen« soll? Der von dem tschechischen Priester und Religionsphilosophen angenommene »kairos« einer »Gelegenheit zum Innehalten und zu einem gründlichen Nachdenken« droht freilich schnell ungenutzt zu verstreichen bzw. von den Sorgen des Tages verdrängt zu werden.
Dabei ist Halíks Vision einer Vertiefung gegenwärtig anstehender kirchlicher Reformdiskurse ebenso faszinierend wie herausfordernd: Kirche als eine »Schule der Weisheit«, die sich durch »freie Disputation« und »tiefe Kontemplation« auszeichnen würde und damit der Welt von heute »Inseln der Spiritualität und des Dialogs« schenken könnte … Das setzt allerdings voraus, »die Grenzen unseres Verständnisses von Kirche radikal zu erweitern«. Wo wäre der Auferstandene, der lebendige Christus heute anzutreffen; was wäre das »Galiläa von heute«? Es wäre wohl die »Welt der Suchenden«; zu begegnen wäre ihm dann »in den Wunden der Welt« und »in den Wunden der Kirche« (nicht zuletzt jenen, die sie Menschen immer wieder selbst zugefügt hat und leider noch zufügt).
Was für ein anspruchs- und verheißungsvolles Programm »für ein mutigeres ›Suchen Gottes in allen Dingen‹« eröffnete dann dem Christentum gerade die uns so verunsichernde Krise der Gegenwart! Ob diese Chance von jenen, die in der kirchlichen Verkündigung Verantwortung tragen, ob sie von uns genutzt werden kann?

Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, im Namen der Prediger und Katechet-Redaktion von Herzen alle guten Wünsche für die gegenwärtigen Herausforderungen, vor denen wir gemeinsam stehen!

Ihr


Martin Rohner

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