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Wort an die Leser
Liebe Leserinnen und Leser,

erinnern Sie sich noch an die Bischofssynode vom letzten Oktober? An jenes Treffen, bei dem in Rom kontrovers, engagiert und unter großer öffentlicher Aufmerksamkeit über Ehe und Familie gesprochen und gestritten wurde? In seiner Schlussansprache bezeichnete Papst Franziskus die Synode als »einen gemeinsamen Weg« mit verschiedenen Tempi, mit Geschwindigkeit und Müdigkeit, mit Anspannungen und Enthusiasmus, mit Kommunikationsschwierigkeiten und vielen offenen Fragen. Und er hob einige Gefahren für einen gelingenden Dialog hervor und eröffnete eine Gewissenserforschung für die innerkirchliche Kommunikation, die auch für Predigt und Katechese wegweisend sein kann.

Es sei wichtig – so Papst Franziskus – der Versuchung zu widerstehen, »so zu sprechen, dass man viel redet und nichts sagt«, und sich als »Besitzer und Herren « versteht und nicht als demütige Hüter des anvertrauten Glaubens. Es gebe die Versuchung, sich im Geschriebenen einzuschließen und sich nicht von jenem Gott überraschen zu lassen, der immer ein »Gott der Überraschungen« sei. Es sei ferner nicht weiterführend, die schmerzhafte Realität auszublenden, Verwundungen, Probleme und Fragen zu überspielen und »im Namen einer falschen Barmherzigkeit die Wunden zu verbinden, ohne sie zuvor zu behandeln.« Die Kirche – und die in ihr wirkenden Menschen – bräuchten keine Angst davor haben, »die Ärmel hochzukrempeln und das Öl und den Wein über die Wunden der Menschen auszugießen« (vgl. Lk 10,25–37). Die Kirche beobachte die Menschheit dabei nicht aus der sicheren Entfernung. Sie selber sei ja eine Gemeinschaft aus Sündern und der Barmherzigkeit Gottes bedürftig. Nur mit dieser Erfahrung sei sie eine Kirche, »welche ihre Tore aufreißt, um die Bedürftigen und Reuevollen einzulassen, nicht nur die Gerechten und die, die glauben, perfekt zu sein! Die Kirche, die sich nicht für den gefallenen Bruder schämt und nicht so tut, als sehe sie ihn nicht, sondern betroffen ist und die Pf licht spürt, ihn aufzurichten und zu ermutigen, den Weg weiter zu gehen und ihn begleitet, bis zur endgültigen Begegnung mit ihrem Bräutigam, im himmlischen Jerusalem.«

Dass sie in diesem Dienst die richtigen Worte finden und mit »Weisheit, Offenheit, Mut und Parrhesia (Freiheit des Wortes)« zu sprechen lernen, wünsche ich allen, die in der Verkündigung wirken, und grüße Sie im Namen der ganzen Redaktion sehr herzlich.

Siegfried Kleymann

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