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Wort an die Leser
Als zur Jahreswende 2013/14 das apostolische Sendschreiben »Evangelii gaudium« veröffentlicht wurde, richtete sich die öffentliche Wahrnehmung vor allem auf die kirchenpolitischen Aussagen dieses Dokumentes. Daneben finden sich in diesem als Regierungserklärung von Papst Franziskus interpretierten Schreiben viele weitere Anregungen. In einem ausführlichen Abschnitt ref lektiert der Papst das Predigen und gibt deutliche, herausfordernde und bestärkende Hinweise für die Verkündigung des Evangeliums. Grundlegend ist für ihn die Aufmerksamkeit sowohl auf den biblischen Text wie auf die Situation der Zuhörenden: »Ein Prediger ist ein Kontemplativer, der seine Betrachtung auf das Wort Gottes und auch auf das Volk richtet.« Immer gehe es bei der Homilie darum, »auf das konkrete Volk mit seinen Zeichen und Symbolen« zu achten: »Wer predigt, muss das Herz seiner Gemeinde kennen, um zu suchen, wo die Sehnsucht nach Gott lebendig und brennend ist und auch wo dieser ursprünglich liebevolle Dialog erstickt worden ist oder keine Frucht bringen konnte.«

Zugleich ist es – so Papst Franziskus – für eine wirksame Auslegung wichtig, sich mit Geduld, Interesse und Hingabe der Schriftlesung und Schriftbetrachtung zu widmen. Der Prediger müsse selber zum Hörer des Wortes werden: »Wer predigen will, der muss zuerst bereit sein, sich vom Wort ergreifen zu lassen und es in seinem konkreten Leben Gestalt werden lassen«, schreibt der Papst und warnt vor Routine und Selbstgenügsamkeit: »Die größte Gefahr für einen Prediger besteht darin, sich an die eigene Sprache zu gewöhnen und zu meinen, dass alle anderen sie gebrauchen und von selbst verstehen. Wenn man sich an die Sprache der anderen anpassen will, um sie mit dem Wort Gottes zu erreichen, muss man viel zuhören, das Leben der Leute teilen und ihm gerne Aufmerksamkeit widmen.«

Wie es unter den gegenwärtigen Bedingungen der pastoralen Praxis möglich ist, das Leben mit jenen Menschen zu teilen, denen im Gottesdienst das Evangelium verkündet und ausgelegt wird, bleibt eine große Frage. Kritisch wird nach den strukturellen Rahmenbedingungen zu fragen sein, von der dieses (Nicht-)Zusammenleben vielerorts geprägt ist, und vielleicht ist diese Frage nach Nähe und Distanz im pastoralen Alltag eine der entscheidenden kirchenpolitischen Provokationen des päpstlichen Sendschreibens. Mit den Gedanken von Papst Franziskus wünsche ich Ihnen eine gesegnete Osterzeit und grüße Sie im Namen der Redaktion von »Der Prediger und Katechet« herzlich: Möge die Verkündigung des Osterevangeliums für Sie selbst und für die Menschen, mit denen Sie gemeinsam auf die Osterbotschaft lauschen, eine wirkliche Freude sein.

Siegfried Kleymann

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