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Leseprobe 2
Zur Beerdigung
»Euer Herz sei ohne Angst« (Joh 14,1–6a)
Immer wieder nehmen wir Abschied von Plänen, die sich nicht verwirklichen ließen, Abschied von Erwartungen, die nicht eingelöst werden konnten, Abschied von Gegenständen, die zu unserem Leben gehörten, Abschied von Zeitabschnitten, die zum Abschluss gekommen sind. Besonders dann, wenn es um Abschied von Menschen geht, die zu uns gehörten, die wir liebten, mit denen wir so vieles gemeinsam hatten, spüren wir, wie schmerzlich uns das Abschiednehmen trifft. Wir tun uns schwer damit, loszulassen. Wir möchten gerne festhalten, was uns letztlich nie gehört hat.

Aus der Abschiedsrede Jesu hörten wir, wie seine Jünger Mühe hatten, seinen Weggang und Abschied zu begreifen. »Ich komme wieder und ich hole euch heim zu mir.« Jesus will mit diesen Worten seinen Freunden Trost spenden und Mut zusprechen für die Zeit, in der er nicht mehr leibhaftig bei ihnen ist. Er will sie stärken für die kommende Zeit der Unsicherheit, des Zweifels und der Angst, und er fordert sie auf zum Glauben.
»Euer Herz lasse sich nicht verwirren! Glaubt an Gott und glaubt an mich.« Im Klartext heißt das: Ihr braucht keine Angst zu haben, ihr braucht nur zu glauben. Ist dies nicht viel schneller gesagt, als getan? Ich weiß aus eigener Erfahrung, wenn ich vor etwas richtig Angst habe, hilft es mir wenig, wenn andere sagen: »Du brauchst gar keine Angst zu haben.« Es gibt Ängste, die nicht durch Zureden verschwinden.

Die Aufforderung Jesu an seine Jünger: »Seid ohne Angst und lasst euch nicht verwirren«, begründet er damit, dass es im Hause seines Vaters viele Wohnungen gibt, und dass er hingehe, um für sie einen Platz zu bereiten, und sie dann dorthin heimholen werde. Dies sollen sie glauben und ihm vertrauen.

Wenn wir den Weg Jesu wie die Jünger gehen, dann gilt diese Aussage entsprechend auch für uns. Eine Wohnung, ein Platz wartet also auf uns. Eine Wohnung gibt Geborgenheit, Schutz, ein Daheim. Jesus spricht von einer Wohnung, die er selbst einrichtet, in der wir bei ihm und seinem Vater zu Hause sein werden. Er hat uns seinen Vater gezeigt als lebendigen Gott, der uns liebt und hält, vor dem wir keine Angst haben müssen, dem wir vertrauen und an den wir glauben dürfen. Sechsmal braucht Jesus im Evangelientext, den wir gehört haben, das Wort »glauben«: Glaubt an Gott! Glaubt an mich! Glaubst du nicht! Glaubt mir doch! Glaubt wenigstens! Wer an mich glaubt!

Bevor Jesus Abschied nimmt von seinen Jüngern und heimgeht zu seinem Vater, wirbt er intensiv um den Glauben an Gott und den Glauben an ihn. Er bietet sich selbst an als Glaubensweg und Glaubensziel. Er ist der Weg zum Haus des Vaters – er ist das Leben und schenkt ewiges Leben. Unser Glaube an Jesus, den Auferstandenen, der uns vorausgegangen ist in das zukünftige Leben, führt uns zum Platz, den er für uns im Haus seines Vaters bereitet hat.

Liebe Trauerfamilie, ihre Mutter ist diesen Weg des Glaubens bis zum verheißenen Ziel hin gegangen. Sie wird jetzt im Hause des Vaters schauen, was sie geglaubt hat. Ihr Daheimsein im Hause des Vaters und die Freude auf ein Wiedersehen im Himmel möge Ihnen in dieser Stunde des Abschieds Trost spenden.

Erika Maria Aregger

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