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Wort an die Leser
Liebe Leserinnen und Leser,

2017 jährt sich nicht nur der 500. Jahrestag der Reformation, den auch wir in unserer Zeitschrift in diesem Jahrgang in besonderer Weise würdigen. 2017 jährt sich auch der 100. Geburtstag von Heinrich Böll. Er war einer der bedeutendsten deutschen Schriftsteller der Nachkriegszeit. Er setzte sich in seinen Romanen, Kurzgeschichten, Hörspielen und Essays kritisch mit der damals jungen Bundesrepublik auseinander.

Auch seine Beziehung zum Katholizismus war spannungsgeladen. Auf der einen Seite ist das »Inventar« des katholischen Glaubens in seinen Werken regelmäßig vertreten: Kreuze, Heiligenfiguren, Madonnen, Kerzen, Weihwasserbecken. Auch sein christliches Denken ist immer wieder spürbar. Auf der anderen Seite ist ihm die Amtskirche verhasst. Von dieser Abneigung kann man in vielen seiner Werke lesen; manchmal wütend, manchmal voller Härte, manchmal süffisant. Aber bei aller Kritik an der Institution Kirche bleibt Böll Katholik. Er besucht regelmäßig die Heilige Messe, geht zur Kommunion. Es gibt für ihn noch ein anderes Bild von Kirche, ein Bild voller Nächstenliebe und Barmherzigkeit. Das ist für ihn die wahre Kirche. Von ihr erzählt er in seinen Werken. Böll schrieb einmal: »Selbst die allerschlechteste christliche Welt würde ich der besten heidnischen Welt vorziehen, weil es in einer christlichen Welt Raum gibt für die, denen keine heidnische Welt je Raum gab: für Krüppel und Kranke, Alte und Schwache, und mehr noch als Raum gab es für sie: Liebe für die, die der heidnischen wie der gottlosen Welt nutzlos erschienen und erscheinen …« (Eine Welt ohne Christus, 1957).

Was hätte Heinrich Böll, dessen Einsatz stets den Schwachen, Gebrochenen, Vergessenen galt, wohl gesagt, wenn er Papst Franziskus erlebt hätte? Wenn er dessen Aufruf gehört hätte, dass wir eine arme Kirche brauchen, eine, die an die Ränder geht?

Vielleicht kann 2017 für Sie und mich eine Gelegenheit sein, uns von diesem »Poeten in der Nähe Jesu« wieder neu für unsere Verkündigung inspirieren zu lassen, damit es uns gelingt, das alternativlos Besondere des Christseins überzeugend ins Wort zu bringen.

Peter Seul

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