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Wort an die Leser
Liebe Kolleginnen und Kollegen in der Verkündigung,

»wer das erste Knopfloch verfehlt, der kommt mit dem ganzen Zuknöpfen nicht zurecht«, sagt J. W. von Goethe und zielt auf die Aufmerksamkeit, die dem Beginnen gebührt. Wie gelingt die Eröffnung eines Gottesdienstes? Die Statio steht nicht allein; als freie Redeform ist sie eingebettet in rituelle Vollzüge, in Gesang und Gebet. So kommt ihr nicht die alleinige Verantwortung für »das erste Knopfloch« zu, aber doch eine entscheidende. Kann der Vorsteher eine Beziehung herstellen zu den vertrauten und geübten Kirchgängern, und ebenso zu den sporadischen oder anlassbedingten Gästen? Kann er die Alltagswelt der Mitfeiernden »zusammenknöpfen« mit der Sonntagswelt?

Gelingt die Eröffnung, ist das Tagesgebet, die Collecta, tatsächlich das zusammenführende Gebet aller Gottesdienst Feiernden. Im Namen der Kommunität tritt der Vorsteher vor das Angesicht Gottes und bringt ein Anliegen ins Wort. Dies wird umso besser gelingen, je klarer alle Teile der Eröffnung kommunikativ und inhaltlich aufeinander abgestimmt sind und sich ein roter Faden von der Statio zum Tagesgebet zieht – und weiter möglichst durch den ganzen Gottesdienst. Leider sind die Bezüge der Vorstehergebete und der Bibeltexte häufig nicht evident, so dass in der Vorbereitung der Statio eine Wahl zu treffen ist. Immer wieder kann es lohnen, dabei die Collecta und nicht schon eine Lesung anzuzielen. Das Tagesgebet als eine »lapidare Form römischer Kunst prosa« (Orationen. Die Tagesgebete im Jahreskreis neu übersetzt und erklärt von Alex Stock, Regensburg
2011, 7. – Vgl. auch den Folgeband zu den Festzeiten, 2014. = Lesetipp!) verdient diese Aufmerksamkeit. Es zeichnet sich durch die Kürze aus, in der das Anliegen und seine Begründung vorgebracht werden. Entsprechendes ist auch für die Statio zu beachten: Kurz soll sie sein, konzentriert, gespannt, pointiert, nicht aber überspannt rhetorisch gestelzt, sondern einladend, sammelnd und zusammenführend.

Die Statio ist eine eigene Kunst. Keinesfalls ist sie ein die Kirchplatzgespräche verlängernder Smalltalk und ebenso wenig eine kleine Predigt. In wenigen Sätzen baut sie Brücken zwischen Menschen und zwischen Welten und lädt die Feiernden ein, präsent zu sein in Gottes Präsenz. Dass die Statio-Vorschläge in dieser Zeitschrift dies immer mustergültig umsetzen, will ich nicht behaupten. Aber dass diese Schlüsselstelle des gut vorbereiteten, aber freien und spontaneitätsoffenen Wortes im Gottesdienst große Aufmerksamkeit verdient, steht außer Frage. Und wir in der Redaktion feilen gern an unseren Vorschlägen.

Viel Freude bei der Vorbereitung Ihrer Stationes wünscht

Thomas Luksch

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