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Wort an die Leser
Liebe Leserinnen und Leser,

»2012: 50 Jahre Zweites Vatikanisches Konzil«. Das Feld auf der Titelseite lenkt ein letztes Mal die Aufmerksamkeit auf einen Predigtanlass, der es verdient, einen aktuellen thematischen Schwerpunkt in der Verkündigung zu setzen. Der Jahrestag am 11. Oktober wird medial präsent sein und dürfte viele in der Gemeinde motivieren, sich die Grundanliegen des Konzils zu vergegenwärtigen. Die Predigtvorschläge, die die sechs Hefte dieses Jahrgangs jeweils eröffnet haben, vermitteln auf je eigene Weise die heutige Relevanz zentraler Konzils- texte. Es lohnt sich nochmals nachzublättern! Und sie aufzugreifen, als feste Predigtreihe oder in eher loser Folge.

Vom Konzil inspiriert predigen. Das geht weit über die explizite Bezugnahme hinaus. Es ist ein – hoffentlich immer wieder spürbarer! – Grundzug unseres Predigens und auch der homiletischen Reflexion. Beides spiegelt vielfältig konziliare Grundintentionen, oft ohne dass uns dies noch bewusst ist. Um drei Aspekte kurz anzudeuten:

– Eine Verkündigung, die sich von der Heiligen Schrift nährt und sich an ihr orientiert (vgl. DV 21), ist so gut wie allen Predigern eine Selbstverständlichkeit. Die Breite der Bibeltexte, insbesondere auch aus dem Alten Testament, die durch die Liturgiereform in die Gottesdienste und in die Predigt gelangt sind, hat den »Tisch des Wortes« und die Verkündigung ungemein bereichert.

– In Entsprechung zur Volk Gottes-Theologie wird konzilsinspirierte Predigt nicht als Einbahnstraße verstanden, die vom Amtsträger zum Hörer geht, sondern von der Kommunikation des Glaubens im Gottesvolk her. Auch wenn inszenierte Predigtdialoge und andere Gesprächsformen in der Predigt heute – mit guten Gründen – die Ausnahme sind, hat sich doch die Einsicht durchgesetzt, dass die Hörerinnen und Hörer Partner des Predigers in einem kommunikativen Ereignis sind. Die Botschaft, die immer über das begrenzte Gesagte hinausgeht, braucht das Zutun der Hörenden.

– Die Öffnung der Kirche zur Welt hat dauerhaft dafür gesorgt, dass auch in der kirchlichen Verkündigung die Türen und Fenster weit geöffnet sind: Die Lebens- welt der Adressaten ist nicht nur ein Bezugspunkt und Anwendungsbereich, sondern eine Inspirationsquelle der Predigt neben Bibel, Tradition und Liturgie. Glaubenserfahrungen – und das heißt Geschenktes wie Errungenes, Vertrautes wie Befremdliches, Erzweifeltes und Erlöstes – haben ihren Platz und finden auch über das exemplarische »Ich« des Predigenden, das früher verpönt war, in die Predigt.

Vom Konzil inspiriert predigen. Das könnte auch die Überschrift sein über das Wirken von Heribert Arens und Hubert Brosseder, die mit diesem Heft ihre Redaktionstätigkeit im Prediger und Katechet beenden. Maßgebend haben sie über Jahrzehnte diese Zeitschrift geprägt und waren damit den nachkonziliaren Strömungen ebenso ausgesetzt wie sie diese als Multiplikatoren selber mit befördert haben, mit zahllosen Predigtvorlagen sowie mit der Auswahl von passenden Autorinnen und Autoren. In herausragender Weise haben sie sich um eine vom Konzil inspirierte Verkündigung verdient gemacht.

Die gute Nachricht: Heribert Arens und Hubert Brosseder bleiben dem Prediger und Katechet als Vorlagengeber erhalten. Als Redakteure aber geben sie den Stift an Jüngere weiter. Sie verabschieden sich und rahmen dieses Heft mit ihren Schlussworten. Zusammen mit den Kollegen Kleymann und Werbick rufe ich den beiden auch an dieser Stelle ein herzliches »Vergelt’s Gott!« zu. Die vielen gemeinsamen Stunden waren ebenso spannend und fruchtbar wie heiter und persönlich bereichernd. Und weil die beiden ja schon lange Jahre vor mir den PuK redaktionell gelenkt haben, will ich umso lieber den Dank auch im Namen von Ihnen, den Leserinnen und Lesern, hiermit ausdrücklich zusagen. Da gibt es viele, bei denen über Jahrzehnte hinweg die Namen Arens und Brosseder sich mit willkommener und vertrauter Gefährtenschaft in der Predigtvorbereitung verbinden.

Treue widerspricht nicht der Offenheit für Entwicklungen, ganz im Gegenteil. Ich freue mich, ab dem kommenden Jahrgang in einer neuen Redaktionszusam-mensetzung Ihnen homiletisch zuarbeiten zu dürfen.

Thomas Luksch

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