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Leseprobe 1
Erster Fastensonntag – 01. März 2009
I. Worte wie Brot (Mk 1,12–15)

Zielsatz: Den Hörerinnen und Hörern der Predigt soll deutlich werden, dass nur diejenigen Zugang zur Botschaft des Evangeliums gewinnen, die »zu-hören«. Im Hören liegt der Anfang des Glaubens. Gottes Wort hören und es dann in eigenen Worten und Taten weitergeben! So beginnt im Hören auch der missionarische Weg der Kirche.


Am Morgen
Zum Frühstück nehme ich mir am liebsten eine Scheibe frisches Brot. Sie riecht würzig, sie schmeckt einfach gut, auch ohne jeden Belag. Viel mehr brauche ich morgens nicht. Dann lebe ich allmählich auf, schöpfe Kraft und lasse den Tag an mich herankommen.
Dieser Tag heute, was wird er mir bringen? Auf jeden Fall – für mich und für viele von Ihnen – eine Flut von Worten. Worte, die mich nachdenklich machen möchten, die mich erheitern, überzeugen oder belehren möchten. Worte, die mir etwas aufschwatzen oder mich zu Kauf und Konsum verleiten sollen. Worte vielleicht, die mich verwunden, niederdrücken, die versuchen, mich zu unterwerfen.
Sorgenvoll schaue ich den vielen Worten entgegen, auch manchen, die ich selbst sprechen werde.

Lebendige Worte
Doch vielleicht sieht der Wochentag anders aus:
- Jemand schüttet mir sein Herz aus und hört voll Vertrauen auf meinen Rat.
- Jemand hält zu mir, weil er mein Freund ist und mich tröstet.
- Jemand spricht über alten Ärger zwischen uns und sagt: »Komm, lass uns neu miteinander beginnen.«
- Jemand gibt sich Mühe und erweitert geduldig den begrenzten Horizont meiner Einsichten und Erfahrungen.
- Jemand lässt unverhofft Dank und Anerkennung laut werden und verwandelt den Tag für mich.
Inmitten des Wortgerölls gibt es Edelsteine, in der Sprachwüste sprudelnde Quellen: Heilende, tröstende, ermutigende, frohmachende Worte. Sie schenken Leben und Kraft. Sie sind wie frisches, schmackhaftes Brot.

Die Worte Jesu
So müssen, wenn wir den Evangelien Glauben schenken, die Worte Jesu gewesen sein:
- Sie haben Mut geschenkt und Schuld vergeben.
- Sie haben Lahme gehend und Blinde sehend gemacht.
- Sie haben Tote ins Leben gerufen.
- Sie haben die Schrift erschlossen und offengelegt, wie der Vater ist.
- Sie strahlen göttliches Selbstbewusstsein aus und sind doch durchtränkt von Solidarität mit uns fragenden und suchenden und verwundeten Menschen.
- Sie sprechen nicht nur von Heil und Frieden und Geborgenheit – sie teilen davon aus.

Anstöße aus dem Evangelium
So kommen uns heute im Evangelium des Tages Worte entgegen, die gerade uns meinen, die uns berühren möchten.
- »Die Zeit ist erfüllt«. – Nicht nur damals, sondern auch heute. Gottes Sohn ist gekommen. Er hilft uns. Er zeigt uns den Weg der Verheißung. Der Tod verliert seine tödliche Kraft, in den Spuren dieser Welt zeigt sich ein Weg. Wir werden niemals verloren gehen.
- »Kehrt um und glaubt!« – Eine Mahnung an uns! Glauben ist nicht bloß Optimismus und geistliche Wellness. Glauben ruft auf einen Weg. Einen Weg, der in eine neue Richtung weist, der Abschied, Verzicht besagt, der hart sein kann und von uns das Äußerste fordert.

Fragen an uns
Wenn wir heute hier sitzen und hören: Haben wir eigentlich Hunger nach Gottes Wort, so wie nach einem Stück frischen Brotes? Essen wir von diesem Tisch des Wortes, der uns heute reich gedeckt wird? Sind die Worte der Bibel und der Verkündigung entscheidende Worte? Worte, die uns leben helfen? Sind sie Wegweiser zu Sehnsucht und Erfüllung?

Hören lernen
Hören und aufnehmen. Hören und annehmen. Hören und einsteigen. Hören und sich deuten und sich leiten lassen.
- »Die Zeit ist erfüllt.«
- »Kehrt um!«
Worte für mich. Heute, in diesem Gottesdienst! Aber: Man muss noch einen Schritt weitergehen. Wer wirklich hört und von Gottes Wort zu leben sucht, der lässt in seinen eigenen Worten Gottes Wort zum Vorschein kommen. Er gibt in seinen Worten und Taten etwas weiter von der befreienden Macht und der erlösenden Kraft der Rede Jesu.
Jemand, der hört und glaubt, nimmt nicht nur selbst vom Tisch des Wortes – er reicht auch anderen dieses Brot, jeden Tag!

Heinrich Jacob

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