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| Wort an die Leser |
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»Weltwahrnehmungen« ist das diesjährige Jahresthema im puk. Auch und gerade wenn die Wahrnehmung der Welt »da draußen« bisweilen frustrierend, unverständlich und hochkomplex erscheint, ist es ein Gebot der Zeit, sich als Christin und Christ, als Prediger und Predigerin zumal, nicht allein nach innen zu wenden, sondern den christlichen Balanceakt zu üben: in der Welt – aber auch nicht gänzlich von den Vorgängen dieser Welt eingenommen und absorbiert. Nur aus dieser Balance von Realitätsnähe und kritischer Distanz erwächst die heilsame Veränderung und Reich-Gottes-Hoffnung für diese Welt, von der Jesus selbst predigt. Der alte homiletische Leitsatz, dass für die Predigtvorbereitung neben der Heilige Schrift auch die Tageszeitung eine unerlässliche Lektüre sei (oder heute Newsticker und eJournals) gilt hier wohl unverändert.
Der Dortmunder Theologe und Philosoph Martin Breul geht im vorliegenden Heft in seinem Thema-Beitrag dem Verhältnis von Glaube und Politik nach und zieht daraus Konsequenzen auch für die durchaus sensible Frage, ob und inwiefern Predigt politisch sein darf – und ob sie überhaupt unpolitisch sein kann. Gleich zu Beginn stellt er die These auf, dass ja das Christentum selbst eine spezifische »Weltwahrnehmung« sei, aus der sich ganz konkrete Vorstellungen von gesellschaftlichem Zusammenleben ableiten lassen. – Genau solche Weltwahrnehmungen begegnen uns beim Blick in die Heilige Schrift, genauer in die Sonntagsevangelien im Juni und Juli. Im Nachhall der Bergpredigt legt Jesus im Matthäusevangelium in den Kapiteln 10 bis 13 seine bisweilen provokativen Visionen von einer gerechteren Welt dar, die jene andere, »neue« Welt bereits zu realisieren beginnen.
Was heißt dies für unsere heutigen Weltwahrnehmungen? Vom Widerstand gegen Schwarz-Weiß-Denken und Rechtsextremismus, aber auch von der Gefahr religiös-fundamentalistischer Selbstabkapselung schreibt Katja Endl in ihrer Auslegung von Mt 10,26–33. Thomas Hürten betont in seiner Predigt zu Mt 11,25–30, dass Christus Menschen zur Solidarität zusammenruft; Menschen, die belastet sind und die entlasten können: »Die Kirche ist auch ein Raum, um Menschen zu finden, die wie … Christus sich dieser Last annehmen …« Seien Sie also gespannt auf die vielfältigen Weltwahrnehmungen unserer Autorinnen und Autoren. Und lassen Sie sich davon in Ihrer eigene Wahrnehmung schärfen und daraus Inspirationen für Ihre je eigenen Predigtworte gewinnen. Das wünsche ich Ihnen im Namen des Redaktionsteams
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Stefan Walser |
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