In Krisenzeiten von Hoffnung zu reden – ist das unzeitgemäß oder erst recht an der Zeit? Jean-Pierre Wils schreibt: »Angesichts der sich überlagernden Krisen, in denen wir leben, und nicht zuletzt mit Blick auf die Klimakatastrophe, scheint es geradezu vermessen, über Hoffnung im Modus ihrer Verteidigung zu sprechen.«1 Um gleich ein kräftiges »Aber« dagegen zu setzen: »Man kann nur ›Hoffnung haben‹, wenn man ›Hoffnung ausübt oder tätigt‹. […] Weil sie sich mit den Verhältnissen nicht abzufinden gedenkt, fahndet sie nach Möglichkeiten. […] Die Wirklichkeit […] enthält Potenziale zu ihrer Verbesserung und die Hoffnung ist jene Tätigkeit, die diese Potenziale in die Realität überführen möchte.«2
Wer die Fragen nach dem Wozu (Zielsetzung) und dem Wie (der Gestalt) des Zusammenlebens nicht stillstellen will, ist gut beraten, gerade jetzt von Hoffnung zu sprechen – als Suchauftrag: »Die Suche und Rede von Hoffnung qualifiziert die Gegenwart über den Tag hinaus.«3
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