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Die Schriftleitung
Leseprobe 2
Barmherzigkeit hat viele Gesichter: Dankbarkeit – Glaube – Gebet – Hoffnung – Liebe – 27.–31. Sonntag im Jahreskreis
Vorbemerkung
Ähnlich wie das Wort »Barmherzigkeit«, das in diesem besonderen Jahr der Barmherzigkeit in den Mittelpunkt gerückt ist, sind die Worte »Dankbarkeit – Glaube – Hoffnung – Liebe« so etwas wie kirchliche »Alltagssprache«, über die wir nicht nachdenken, sondern einfach verwenden. Im Oktober dieses Jahres bietet es sich an, da die Lesungstexte unter dem Dreiklang der göttlichen Tugenden »Glaube-Hoffnung-Liebe« gehört werden können, eine Gottesdienstreihe, gerade auch für Kinder, Jugendliche und Familien zu diesen Worten zu konzipieren. Sie sind die Basis allen barmherzigen Handelns, ohne sie verfallen wir in Aktionismus. Dabei sind auch vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten gegeben: So kann mit dem Logo des Jahres gearbeitet werden, indem dieses erweitert wird um die Symbole Kreuz, Herz und Anker (Großes Herz darunter legen, darauf die Mandorla vom Logo, unten darunter den Anker, oben drüber das Kreuz.). Die Symbole können aber auch, wie die Gottesdienstvorschläge, einzeln verwendet werden.


Statio für die gesamte Reihe

Papst Franziskus hat für dieses Jahr ein heiliges Jahr der Barmherzigkeit ausgerufen. Barmherzigkeit bedeutet für ihn, den Blick bewußt auf andere Menschen zu richten und sich um andere zu kümmern. Natürlich ist es wichtig, sich zu überlegen, was ich konkret tun kann, aber ebenso wichtig ist es, um nicht in Aktionismus zu verfallen, sich zu besinnen, was die Grundlagen unseres Handelns sind. Warum sollen wir als Christen barmherzig sein? Was trägt uns? An den kommenden Sonntagen wollen wir stärker darauf unseren Blick richten.


Mehr und größer (2 Tim 1,6–8.13–14; Lk 17,5–10) – 27. Sonntag im Jahreskreis

Statio (auch für Erntedank zu verwenden)
Kinder kennen diesen Satz. Ganz bestimmt. Gerade wenn sie kleiner sind, hören sie ihn ganz häufig, zum Beispiel wenn ihnen die freundliche Metzgereiverkäuferin ein Wiener Würstchen über die Theke oder die Apothekerin einen Traubenzucker über den Tresen reicht: »Und, was sagt man?« … »Danke!« zu sagen, gehört zu unserem Alltag. Es gehört sich, das macht »man« so. Aber wie oft bin ich denn wirklich dankbar? Und wie oft sage ich »Danke« automatisch als Antwort, ohne darüber nachzudenken? Wenn wir heute Erntedank feiern, dann steckt darin schon das Wörtchen »Danke«, zusammengesetzt mit dem Wort »Ernte«. Aber es gibt so viel mehr in unserem Leben, wofür wir dankbar sein können. Im Tagesgebet spricht später, stellvertretend für uns alle, der Priester »du gibst uns mehr als wir verdienen und Größeres als wir erbitten«. Begrüßen wir diesen Gott, der so großzügig ist, in unserer Mitte!

Kyrie
Herr Jesus Christus, du schenkst uns genug zu essen und zu trinken. Herr Jesus Christus, du schenkst uns unsere Familien und Freunde. Herr Jesus Christus, du schenkst uns deine Liebe und Barmherzigkeit.

Predigtgedanken
Eine seltsame Bitte, die die Jünger hier äußern: »Stärke unseren Glauben!« Ausgerechnet die Freunde von Jesus, die jeden Tag bei ihm sind, haben das Gefühl, nicht genug Glauben zu haben? Auch Paulus schreibt an seinen Freund Timotheus »Bleibe beim Glauben …«

Die Apostel waren sicher nicht ungläubig, auch Paulus' Freund Timotheus war überzeugt davon, dass die Botschaft von und über Jesus wahr ist. Trotzdem kamen sie alle immer wieder ins Zweifeln. So wie wir auch, schließlich waren unsere »Vorgänger« im Glauben auch nur Menschen. Glauben ist nicht etwas, das wir einmal beschlossen haben und dabei bleibt es. Es gibt Situationen, in denen wir ins Wanken geraten. In denen wir zweifeln, ob es diesen Gott überhaupt gibt und ob er es wirklich gut mit uns meint. Fallen Euch Beispiele ein? … (Wenn jemand stirbt, wenn eine Naturkatastrophe geschieht, wenn wir die schlimmen Nachrichten von Krieg und Tod hören, wenn wir um etwas gebetet haben und es sich nicht erfüllt hat …) Angesichts solcher Beispiele fällt es uns schwer zu glauben.

Wir feiern heute aber Erntedank. Im Mittelpunkt steht das »Danke!« sagen für alles Gute, was uns geschenkt wurde. An Gott glauben und nicht gleichzeitig zu danken, passt nicht zusammen. Unser Gott ist kein »Wunscherfüllungsautomat «, an den wir uns nur richten, wenn es uns schlecht geht oder wenn wir ihn brauchen. Unser Gott verdient es, dass wir ihm auch »Danke!« sagen, so wie es die Eltern, die Geschwister, die Freunde verdienen. Kein »Danke!« aus reiner Pf lichterfüllung, weil man es ebenso sagt. Sondern ein »Danke!« aus ganzem Herzen.

Als Menschen neigen wir dazu, das Schlechte zuerst zu sehen, zu hören und wahrzunehmen und deswegen ins Zweifeln zu kommen. Wenn eine Freundin mich kritisiert, stelle ich schnell die Freundschaft in Frage. Wenn ich eine schlechte Note bekomme, meine ich oft, ich kann das alles nicht. Erntedank bietet uns die Möglichkeit, das Gute, das Schöne, das Wertvolle in unserem Leben bewusst zu sehen, dankbar anzunehmen und diesen Dank auch auszusprechen. Vielleicht ist es auch bei dem einen oder anderen sowie im Tagesgebet gehört: Ich habe mehr und Größeres bekommen. Es fällt leichter, an so einen großzügigen und liebevollen Gott zu glauben, der mich so reich beschenkt. Aber vielleicht gelingt es in den schwierigen Zeiten, mir bewusst dieses Gute in Erinnerung zu rufen und darauf zu vertrauen, dass Gott da ist, dass er mich liebt und mir über das Schwierige hinweg hilft.

Fürbitten
Gott, wir danken Dir für alles Gute in unserem Leben. Wir wissen, dass manches nicht gelingt. Darum bitten wir dich:
- Für alle Menschen, die zu wenig zu essen und trinken haben.
- Für alle Menschen, die krank sind.
- Für alle Menschen, die heimat- und obdachlos sind.
- Für alle Menschen, die einsam und verlassen sind.
- Für alle Menschen, die keine oder zu viel Arbeit haben.
- Für alle Menschen, die traurig sind.
Denn Du schenkst uns deinen Geist, der uns führt und leitet, jetzt uns in Ewigkeit. Amen.

Aktionsidee
Zur Gabenbereitung nicht nur Brot und Wein bringen, sondern auch Anderes aus dem Alltag, wofür gedankt wird, dazu singen als Kehrvers dazwischen »Herr, wir bringen in Brot und Wein unsere Welt zu dir, du schenkst uns deine Gegenwart im österlichen Mahl.« (GL 184) – Guter Gott, ich bringe meinen Schulranzen. Manchmal nervt mich die Schule, aber trotzdem will ich dafür dankbar sein, dass ich lernen darf. (Schulranzen)

Theresia Reischl

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